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Elitestudiengang MAP (Uni Erlangen-Nürnberg)
"Advanced Materials and Processes" (MAP)
Eine deutschlandweit einmalige Kombination, unterstützt von zehn renommierten Forschungs- einrichtungen, bietet der Elitestudiengang "Advanced Materials and Processes" (MAP) der Universität Erlangen-Nürnberg. Er verbindet die Fachrichtungen Werkstofftechnik und Chemie-Bio-Technologie. Bewerben können sich sehr gute Absolventen mit einem Schwerpunkt auf Werkstoffwissenschaften oder Chemie- und Bioingenieurwesen.
Neue Materialien und Werkstoffe spielen eine immer wichtigere Rolle in der Chemie- und Bioverfahrenstechnik. Doch stellt man diese heute nicht mehr nur über die klassischen Wege her, sondern vermehrt auch über moderne Verfahren der Nanotechnologie, Bioverfahrenstechnik oder der chemischen Verfahrenstechnik. Zugleich machen neue Werkstoffe neue Verfahren erst möglich und neue Verfahren wiederum neue Werkstoffe. Deshalb erhältst du im Elitestudiengang "Advanced Materials and Processes" eine fachlich erstklassige und synergetische Ausbildung sowohl in den Materialwissenschaften als auch in der Prozesstechnik.
Staatlich ausgezeichnetes Master-Programm
Das international ausgerichtete, viersemestrige Programm besitzt durch viele Projektarbeiten einen äußerst starken Praxisbezug. Du schließt es ab mit dem "Master of Science with honors" oder dem klassischen Diplom-Ingenieur mit Zusatzzertifikat. Eingerichtet wurde der Studiengang zum Wintersemester 2005/2006. Die Universitäten Erlangen-Nürnberg, Bayreuth und Würzburg gestalten ihn gemeinsam, wobei Erlangen als Sprecheruniversität fungiert. Dort finden auch die meisten Lehrveranstaltungen statt. Der Freistaat Bayern fördert MAP in seinem Elitenetzwerk (ENB), einem Verbund von ausgezeichneten Studiengängen.
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Grundzüge des Studiengangs |
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Vier interdisziplinäre Studienschwerpunkte:
- Biomaterials and Bioprocessing: Du lernst, Designprinzipien und mechanische Optimierungsstrategien ausgewählter Biomaterialien zu verstehen. Darüber hinaus erhältst du einen Überblick über experimentelle Untersuchungsmethoden und Möglichkeiten, Designprinzipien aus der Natur zu übernehmen. Dies erstreckt sich von der Zellkultivierung bis hin zum "Organ Repair", bei dem man zum Beispiel Gewebe in biokompatiblen Matrixstrukturen kultiviert.
- Nanomaterials and Nanotechnology: Ausgehend von den Grundlagen der Herstellung nanoskaliger Materialien behandelt der Schwerpunkt die ganze Prozesskette der Verarbeitung von nanodispersen Systemen. Dabei wird besonders auf die Herausforderung eingegangen, eine Brücke von den atomaren, molekularen Wechselwirkungen zur großtechnischen Umsetzung zu bauen.
- Computational Material Science and Process Simulation: Wer sich in diesem Fach spezialisiert, wird nicht nur spezifischer über den theoretischen Hintergrund numerischer Verfahren unterrichtet, sondern sammelt auch intensive praktische Erfahrungen mit modernen Simulationsprogrammen. Schließlich vertiefst du deine Erfahrungen, indem du in einer Arbeitsgruppe ein größeres Forschungsprojekt bearbeitest.
- Advanced Processes: Dieser Schwerpunkt koppelt grundlegende und zukunftsweisende Erkenntnisse der chemischen und thermischen Verfahrenstechnik mit den Methoden und Erfahrungen des modernen Anlagenbaus. Damit erarbeitest du dir Kenntnisse, mit denen sich entsprechend des Leitsatzes "Innovation durch Synergie" neue Wege in der Prozesstechnik beschreiten lassen.
Zehn renommierte Forschungsinstitute:
Zehn weltweit anerkannte Institute der Materialwissenschaften und des Chemie- und Bioingenieurwesens unterstützen den Studiengang, so auch das Fraunhofer-Institut Erlangen, die Max-Planck-Forschungsgruppe Erlangen, das Zentralinstitut für Neue Materialien und Prozesstechnik Fürth und das Zentrum für Medizinische Physik und Technik in Erlangen. Unter den betreuenden Dozenten befinden sich sowohl Naturwissenschaftler als auch praxisorientierte Ingenieure. Dies garantiert eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis und eine Nähe zur industriellen Praxis. Unter den Dozenten sind die Leibnizpreisträger (international höchstdotierter Wissenschaftspreis) der Jahre 2000, 2005 und 2006.
Internationale Ausrichtung:
Obligatorischer Auslandsaufenthalt von zwei Monaten, starke Beteiligung von ausländischen Studierenden und Dozenten sowie Englisch als Unterrichtssprache.
Moderne Lehrformen:
Projektunterricht, interaktives Lernen, Wochenendseminare und Sommerakademien.
Schlüsselqualifikationen:
Zum Stundenplan zählen neben Projekten und Seminaren auch Persönlichkeitstrainings und Soft-Skills-Schulungen, unter anderem in interkultureller Kompetenz, Zeit- und Selbstmanagement oder Präsentationstechniken.
Management-Grundlagen:
MAP vermittelt dir auch praktisches Managementwissen. Zum Beispiel lernst du, wie du eine professionelle Machbarkeits- oder Profitabilitätsanalyse durchführst. So bist du abschließend nicht nur auf eine Laufbahn in der Forschung, sondern auch für eine Karriere in der Wirtschaft sehr gut vorbereitet. |
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Studienverlauf
Je nach deinem Studienhintergrund (eher Materialwissenschaften oder eher Chemie- und Bioingenieurwesen) erwirbst du im ersten Semester Grundkenntnisse im jeweils anderen Fach. Im zweiten Semester spezialisierst du dich in einem der vier Schwerpunkte (siehe "Grundzüge des Studiengangs"). Neben den Lehrveranstaltungen umfasst dein Stundenplan vor allem im zweiten und dritten Semester auch praktische Aufgaben und Projektarbeit sowie Soft-Skill-Kurse. Im vierten und letzten Semester schreibst du deine Master Thesis.
Studienvoraussetzungen
Bewerben können sich Absolventen mit einem Bachelor-Abschluss in Chemie- und Bioingenieurwesen, Materialwissenschaften oder verwandten Fächern. Neben dem Bachelor werden auch andere Abschlüsse wie zum Beispiel der "Dipl.-Ing. (FH)" anerkannt. Sehr gute Chancen hast du, wenn du zu den besten zehn Prozent deines Jahrgangs zählst oder deinen Abschluss mit einer Gesamtnote von besser als 1,9 abgelegt hast. Diplom-Studierende können nach erfolgreichem Vordiplom und zwei Semestern im Hauptstudium zugelassen werden. Sie erhalten dann als Abschluss den Diplom-Ingenieur mit einem Zusatzzertifikat, das die besonderen Leistungen des Elitestudiums deutlich macht.
Bewerbungsverfahren
Das Bewerbungsformular (Download) sendest du ausgefüllt an die E-Mail-Adresse elite-map@ww.uni-erlangen.de. Bewerbungen per E-Mail werden bevorzugt. Wenn du an einer der beteiligten Universitäten studierst, wendest du dich einfach direkt an die Geschäftsstelle des Studiengangs (siehe unten). Nach Prüfung deiner Unterlagen wirst du aufgefordert, deine vollständige Bewerbung einzureichen. Es gibt drei Runden, in denen eine Kommission über deine Zulassung zum Auswahlverfahren entscheidet. Für die drei Runden sind die Bewerbungsfristen jeweils der 15. März (empfohlen für Studenten aus Nicht-EU-Ländern), 15. Mai und 15. Juli. Das Verfahren findet vor Ort statt und beinhaltet neben einem persönlichen Gespräch mit der Auswahlkommission in Einzelfällen auch eine Eingangsprüfung. Auch wenn du das Auswahlverfahren nicht erfolgreich abschließen solltest, war deine Bewerbung nicht umsonst: In diesem Fall kannst du dich ohne erneute Bewerbung für einen der beiden Master-Studiengänge "Chemical and Bio-Engineering" oder "Materials Sciences" einschreiben. Im Studiengang studieren maximal 30 Studierende pro Semester. Empfohlen wird daher, sich möglichst früh zu bewerben. Weitere Informationen findest du auf der Website des Elitestudiengangs.
Studiengebühren
500 Euro pro Semester.
Kontakt
Dagmar Senft
Geschäftsstelle Elitestudiengang "Advanced Materials and Processes"
Cauerstr. 6
91058 Erlangen
Tel.: 09131-85-28619
dagmar.senft(at)ww.uni-erlangen.de
www.elite-map.tf.uni-erlangen.de
Im Porträt: Programmteilnehmer
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e-fellow Severin (25) entschloss sich nach sechs Semestern im Diplom-Studiengang Werkstoffwissenschaften an der Uni Erlangen-Nürnberg, in den Elitestudiengang Advanced Materials and Processes (MAP) zu wechseln. Mittlerweile hat er seinen Abschluss in der Tasche und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Stuttgart.
"Der Studiengang selbst ist das beste Soft-Skill-Training."
Hallo Severin, warum hast du dich damals für MAP beworben?
Also erst einmal klang "Elitestudiengang" natürlich nicht schlecht. Als ich dann nachgeschaut habe, was dahinter steckt, hat mir vor allem die interdisziplinäre Ausrichtung, also die Kombination von Werkstoffwissenschaften und Chemieingenieurwesen beziehungsweise Verfahrenstechnik, gefallen. Ich hatte ohnehin ursprünglich mit dem Gedanken gespielt, Verfahrenstechnik zu studieren.
Interdisziplinarität behaupten viele Studiengänge von sich. Letzten Endes ist es aber oft einfach ein Nebenher von Disziplinen und kein Miteinander. Sieht das bei MAP anders aus?
Auf jeden Fall. Besonders in den Projektarbeiten ist das Studium wirklich eine gelungene Symbiose der beiden Disziplinen. Zum Beispiel habe ich in einem Projekt mitgearbeitet, wo wir Kupfernanopartikel mit Molekulardynamik simuliert und gegen eine Wand geschossen haben. Das Schöne dabei war, dass das sowohl für die Werkstoffwissenschaftler als auch die Verfahrenstechniker interessant war. Der Werkstoffwissenschaftler schaut ja immer mehr in das Material und fragt, was mit diesem Material unter bestimmten Bedingungen passiert. In diesem konkreten Fall: Wie verformt es sich, entstehen Versetzungen oder bricht das Material, wenn ich es bei verschiedenen Geschwindigkeiten gegen die Wand katapultiere?
Und was interessiert den Verfahrenstechniker?
Den Verfahrenstechniker interessiert in diesem Fall eher das Endresultat: Kann ich Nanopartikel durch Beschleunigung noch weiter zerkleinern? Und wenn ja, wie sollte ich meine Prozessparameter, zum Beispiel die Geschwindigkeit, wählen? Ein Projekt also, von dem beide Seiten profitieren. Allerdings ist es so, dass es keinen Professor für Werkstoff- und Verfahrenstechnik gibt. Es gibt also keinen Professor, der in einer Person die beiden Disziplinen vereint. Dieser Brückenschlag wird deshalb auch von den Studenten erwartet, zum Beispiel in den Projekt- oder Master-Arbeiten.
"Elitestudiengang", das klingt einerseits nach Top-Niveau, andererseits auch nach sehr viel Arbeit.
Auf jeden Fall. Ich habe wesentlich mehr Zeit investiert als in meinen vorherigen Studiengang. Allerdings muss man bei einem Elite-Studiengang auch damit rechnen, und ich finde das auch richtig. Mich hat vor allem das riesige Engagement und die Begeisterung der beteiligten Professoren angetrieben.
Warst du im Ausland?
Bevor ich meine Diplomarbeit begonnen habe, war ich für einen Monat in England und zwar am "Center for Biomimetics" in Reading. Dort habe ich die Festigkeit und das Bruchverhalten von naturfaserverstärkten Kunststoffen untersucht. Dazu habe ich erst die Proben hergestellt, dann Zugversuche durchgeführt und danach unter dem Rasterelektronenmikroskop Bruchflächen analysiert.
Was war für dich das Besondere an deinem Studium? Würdest du dich wieder dafür entscheiden?
Der persönliche Kontakt zu den Professoren ist sicher das Besondere bei MAP. Für mich war es immer ein entscheidender Motivationskick, so eng mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ich denke, in einem Elitestudiengang muss das auch so sein: Von wem sonst sollten die Studenten die Führungseigenschaften lernen. An der Uni sind schließlich die Professoren die Elite. Was ich auch von meinen Professoren gelernt habe, ist, was Elite wirklich ausmacht. Nämlich die absolute Hingabe und Leidenschaft, mit der man seine Arbeit lebt. Nur so kann man andere Menschen begeistern und motivieren. Und daher würde ich mich jederzeit wieder für den Studiengang entscheiden. Nicht nur wegen der fachlichen Ausbildung, sondern gerade wegen der persönlichen Entwicklung. Ich habe hier gelernt, mit Professoren auf Augenhöhe zu diskutieren und kritische Fragen zu stellen. Zusätzlich hat es mir viel Freude gemacht, mit Kommilitonen aus fünf verschiedenen Ländern und Kulturen zusammenzuarbeiten.
Was hätte besser laufen können?
Ehrlich gesagt möchte ich die Anfangsphase so nicht noch einmal mitmachen. Im ersten Semester haben wir von Weihnachten bis Ostern jede Woche eine Prüfung geschrieben. Diese drei Monate waren reiner Stress. Inzwischen haben die Verantwortlichen das aber umgestellt und mehrere Prüfungen zusammengefasst, so dass der Druck nicht mehr so groß ist. |
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Im Interview:
e-fellow Severin wechselte nach sechs Semestern Diplom- studiengang zu MAP. Mittlerweile hat er seinen Abschluss in der Tasche und ist wissen- schaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Luft- und Raum- fahrt.
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