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18.01.2007 von Dr. Claudia Schön
Roche Diagnostics
Die Pharmabranche als potenzieller Arbeitgeber ist in der Zunft der Ingenieure oft nur wenig bekannt. Sie gehört nicht zu den traditionellen Arbeitgebern, bietet jedoch viel Neues. Zwei Ingenieurinnen von Roche berichten über ihre Aufgabengebiete.
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Elke Schwing (37) hat an der Technischen Hochschule Darmstadt studiert und ist promovierte Diplom-Bauingenieurin. Sie ist bei Roche in Mannheimm als Projektleiterin im Bauwesen, genauer im Bereich Engineering/Projekte tätig. |
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"Mit der Herstellung unserer Produkte habe ich nur indirekt zu tun", erklärt sie. "Ich bin vielmehr verantwortlich für die unter- schiedlichsten Projekte beim Um- oder Neubau von Gebäuden. Soll beispielsweise eine neue Produktionshalle entstehen oder ein Labor umgebaut werden, bin ich zuständig für die Bau- und Gebäudetechnik – und komme auf diese Weise mit den Produkten in Berührung, die dort entwickelt oder hergestellt werden sollen."
Immer wieder neue Herausforderungen
An ihrer Arbeit besonders gut gefällt Elke Schwing die Vielfältigkeit der Projekte, die immer wieder neue Anforde- rungen an sie stellen: "Seit meinem Einstieg bei Roche Anfang 2000 war ich an so unterschiedlichen Projekten beteiligt wie dem Ausbau des Logistikzentrums, dem Bau eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums, dem Bau eines neuen Rechenzentrums oder, in der Pharmaproduktion, bei Neu- und Umbauten mit der speziellen Anforderung der Reinraumtechnik. Für jedes dieser Projekte ist besonderes Know-how erforderlich. Ich muss mich somit immer wieder in völlig unterschiedliche Gebiete einarbeiten", erklärt die Diplom-Ingenieurin.
Rhetorik ist auch für Ingenieure wichtig
Zu ihren Aufgaben bei der Projektleitung gehören beispiels- weise die Projektplanung, die Präsentation der Planungs- ergebnisse vor den Entscheidungsgremien im Unternehmen und die Diskussion mit den Finanzleuten. Denn nicht immer ruft eine aus Sicht der Ingenieure technisch optimale Lösung bei den Finanzleuten Begeisterungsstürme hervor. Elke Schwing: "Viele Entscheidungen werden nicht aus technischer, sondern aus wirtschaftlicher Sicht getroffen. Wir müssen daher immer die Wirtschaftlichkeit unserer Pläne nachweisen und die Zahlen für die Kosten verteidigen."
Besonders wichtig für Ingenieure sei es in diesem Zusammen- hang, Verständnis für andere, nicht ingenieurwissenschaftliche Bereiche mitzubringen und über den Tellerrand der reinen Technik zu schauen. Auch sollten, ihrer Erfahrung nach, angehende Ingenieure beizeiten trainieren, ihre Ideen und Leistungen optimal zu präsentieren: "Ich empfehle jedem, einen Rhetorik- und Präsentationskurs zu besuchen. Wenn man nämlich deutlich machen kann, warum ein technisches Detail unbedingt notwendig ist und man eindeutige Argumente dafür liefern kann, lassen sich die Verantwortlichen besser überzeugen."
Am Schreibtisch sitzt sie eher selten
"Dort beantworte ich beispielsweise E-Mails, bearbeite Bauamtsanträge, erstelle am PC Berichte oder führe Planungen durch." Da die Projekte mit sehr viel Teamarbeit verbunden sind, stehen dagegen häufig Meetings auf dem Programm. "Die Teams variieren von Projekt zu Projekt, so dass ich täglich mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Geschäftsbereichen zu tun habe. Dazu kommen noch Gespräche und Treffen mit den künftigen Nutzern des jeweiligen Bauprojekts", erklärt Elke Schwing. Und, last but not least, gehören noch tägliche Besuche auf den Baustellen dazu. Elke Schwing: "Es gibt keine bessere Möglichkeit, sich einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand zu verschaffen, als auf der Baustelle vor Ort."
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Stefanie Menrad (26) stieg nach ihrem Biotechnologiestudium an der Fachhoch- schule Weihenstephan bei Roche in Penzberg als Produktionsassistentin im Bereich Pharmaceutical Biotech Production ein, genauer in der Fermentation. |
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Stefanie Menrad lernte das Unternehmen bereits während ihres Studiums bei einem Praktikum kennen. Sie suchte sich ein ganz anderen ingenieurwissenschaftlichen Unternehmensbereich aus. "Ich arbeite parallel an verschiedenen Fermentationsprojekten und bin dafür verantwortlich, Fermentationen, die in der Forschung und Entwicklung im kleinen Maßstab erfolgten, auf den finalen Produktionsmaßstab zu übertragen", erläutert Stefanie Menrad. Fermentiert werden in erster Linie mono- klonale Antikörper, die später beispielsweise in der Krebs- therapie eingesetzt werden.
Kooperation mit den Forschern
Die Diplom-Ingenieurin hat viel mit den Arbeitsgruppen aus der Forschung und Entwicklung zu tun. "Ich bin quasi an der Schnittsstelle zur Entwicklung und daher verantwortlich für die Koordination der Fermentationsläufe mit den entsprechenden Forschergruppen. Dadurch habe ich selbst auch Kontakt zur Verfahrensentwicklung." Ist ein neuer Fermentationsansatz im großen Maßstab geplant, erstellt Stefanie Menrad die Vorschriften für die routinemäßige Produktion und schult die Mitarbeiter, die für diese Fermentationsläufe zuständig sind.
Unvorhergesehene Ereignisse
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die Auswertung der Produktionsansätze. "Jeder einzelne Schritt eines Fermenta- tionslaufs muss sehr genau protokolliert und dokumentiert werden", erläutert Stefanie Menrad. Mit der Produktion "haut- nah" hat sie in der Regel nichts zu tun: "Die Probennahme aus einem Fermentationslauf beispielsweise fällt in den Aufgaben- bereich der Produktionsmitarbeiter. Die Daten werden dann online erfasst. Ich sehe mir diese Daten am PC an, werte sie aus, beurteile sie, schreibe Vorschriften für neue Ansätze", erklärt sie.
Vor allem zu Beginn eines neuen Fermentationsprojekts gibt es häufig unvorhergesehene Ereignisse. "Aus den auftretenden Herausforderungen resultieren dann entsprechend viele Besprechungstermine mit den Mitarbeitern der Entwicklungs- gruppen und der Produktion. Da sind nicht zuletzt Flexibilität, Organisationsgeschick und koordinierende Fähigkeiten gefragt", betont die Diplom-Ingenieurin.
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