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22.06.2007
Master in Wirtschaftsinformatik (TUM)
Zwischen IT und Wirtschaft
Ein Informatikstudium mit starkem Fokus auf BWL und eine gezielte Vorbereitung auf gefragte Berufsbilder. Der Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik an der TU München bereitet praxiserfahrene und praxis- begeisterte Studenten auf Führungsaufgaben an der Schnittstelle zwischen IT und Wirtschaft vor.
Der Masterstudiengang ist an der Informatikfakultät der Technischen Universität München angesiedelt und ist heute eine der größten in Deutschland. Informatik wird an der TU München seit 40 Jahren gelehrt. Die Studierenden können auf eine breite Auswahl an Studienmöglichkeiten zurückgreifen und arbeiten in zahlreichen Projekten mit ihren Kommilitonen aus ingenieurwissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen zusammen. Sie profitieren dabei von der exzellenten Ausstattung der TU München, die als Eliteuniversität einen sehr guten Ruf genießt.
Drei Lehrstühle, ein Master
Der Stiftungslehrstuhl für internetbasierte Geschäftssysteme von Professor Bichler, der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik von Professor Krcmar und der Stiftungslehrstuhl für Software Engineering betrieblicher Informationssysteme von Professor Matthes betreuen den Bachelor- und den Masterstudiengang. Studiert wird am Hightech Campus in Garching im Norden von München. Dort finden sich zahlreiche Forschungseinrichtungen neben den Fakultäten für Informatik, Mathematik, Chemie, Physik und Maschinenwesen. Außerdem beherbergt der Campus mehrere Max-Planck-Institute, die Europäische Südsternwarte und das Leibnitz-Rechenzentrum mit einem der derzeit leistungsstärksten Superrechner in Europa.
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Grundzüge des Studiengangs |
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- Studieninhalte
Der Master-Studiengang bietet Studierenden mit einem ersten akademischen Abschluss in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftswissenschaften und ähnlichen Fächern eine Basis für eine berufliche oder akademische Laufbahn. Weiterführende und vertiefende Vorlesungen aus den drei genannten Fachrichtungen bilden die Grundlage des Studiengangs. Die Auswahl der Vorlesungen orientiert sich an Anforderungen aus der betrieblichen Praxis und beinhaltet unter anderem fortgeschrittene Themen in den Bereichen Datenbanken, Rechnernetze, Softwaretechnik, Informations- und Wissensmanagement, Entscheidungsunterstützungssysteme, Finanzwirtschaft, Innovations- und Technologiemanagement und Controlling.
- Dauer
Der Master-Studiengang dauert vier Semester.
- Praxisorientierung
Die verschiedenen Forschungsbereiche sind interdisziplinär verknüpft und konsequent auf Problemstellungen aus der betrieblichen IT zugeschnitten. Die Praxisorientierung ist zentrales Merkmal des Masterstudiengangs. Sie ist geprägt durch das CIO-Planspiel, ein Entwicklungspraktikum und Vorlesungen im Bereich der Berufsfeldspezialisierung.
- CIO-Planspiel und Entwicklungspraktikum
Im CIO-Planspiel wird das gelernte Fachwissen angewandt und strategisches Denken trainiert. Im Entwicklungspraktikum bearbeiten Studierende in Kleingruppen Software für betriebliche Aufgabenstellungen. Zusätzlich erlernen sie das Projektmanagement. Das Entwicklungspraktikum findet in den Bereichen Unternehmenssoftware, Software Engineering für betriebliche Informationssysteme, Datenbanken und Informationssysteme oder Internetbasierte Geschäftssysteme statt.
- Berufsfeldspezialisierung
Der Master in Wirtschaftsinformatik bereitet gezielt auf spezifische Berufsbilder wie Chief Information Officer (CIO), Chief Technology Officer (CTO) oder IT-Consultant vor. Die Studenten setzen sich in den Lehrveranstaltungen mit zwei der drei oben genannten Berufsfelder auseinander. Zu den Themen gehören zum Beispiel Strategisches IT-Management, Change Mangement und organisatorische Implementierung sowie die Ökonomie des Beratungsunternehmens.
- Master's Thesis
Ein Semester ist derzeit für die Anfertigung der Master's Thesis reserviert. Die Bearbeitungszeit beträgt sechs Monate. Die Themen können die Studierenden in Absprache mit einem der Lehrstühle an der Fakultät wählen.
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Voraussetzungen
- Bachelorabschluss in den Studiengängen Wirtschaftsinformatik, Informatik mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaftslehre mit Nebenfach Informatik oder in vergleichbaren Studiengängen
- Der Zugang ist auch für überdurchschnittliche Absolventen von Fachhochschulen und Berufsakademien offen
Bewerbungsverfahren
Zunächst muss eine schriftliche Bewerbung eingereicht werden. Dazu gehören: - ein tabellarischer Lebenslauf
- ein Nachweis über einen Hochschulabschluss
- ein maximal zweiseitiges Motivationsschreiben, in dem die persönliche Entscheidung für den Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik an der TU München begründet wird
- ein Aufsatz von 1.000 Wörtern in deutscher oder englischer Sprache zu einem vorgegebenen Thema
- adäquate Kenntnisse in Englisch; nähere Informationen dazu auf den Seiten des Prüfungsausschusses zum Master Wirtschaftsinformatik
- gegebenenfalls studiengangsspezifische Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse, fachspezifische Zusatzqualifikation wie die Teilnahme an einem Forschungswettbewerb
Danach werden die Kandidaten zu einem Bewerbungsgespräch an der Fakultät eingeladen.
Die genauen Angaben und alle nötigen Formulare und Adressen gibt es auf den Seiten des Prüfungsausschusses zum Master Wirtschaftsinformatik.
Beginn und Fristen
Der Bewerbungsschluss ist am 31. Mai für das Wintersemester und am 30. November für das Sommersemester. Das Hochschulabschlusszeugnis und die Sprachtests können aber (spätestens bei der Immatrikulation) nachgereicht werden.
Finanzierung
Es fallen Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester an.
Alumni
Es gibt eine Alumni-Vereinigung der Fakultät für Informatik, an der sich auch die Absolventen des Masterstudiengangs beteiligen können.
Kontakt:
Tobias Scheffel
Lehrstuhl Internet-based Information Systems (IBIS)
Technische Universität München
Boltzmannstr. 3
85748 Garching
Tel: +49-89-289-17504
Fax: +49-89-289-17535
E-Mail:
winfo-master(at)in.tum.de
Web:
ibis.in.tum.de
Homepage des Studiengangs
Programmteilnehmer im Porträt:
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Marcus Fienhold (26) hat den Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik an der TU München absolviert und arbeitet seit Ende 2006 bei PricewaterhouseCoopers AG WPG in der Unternehmensberatung.
Herr Fienhold, warum haben Sie sich für diesen Studiengang beworben, was hatten Sie vorher studiert?
Ich habe bereits während der Schulzeit, als Angestellter im Internet-Boom der Jahrtausendwende viel im IT-Bereich gearbeitet und vielfältige Berufs-, Projekt- und auch Führungserfahrung gesammelt. Im Jahr 2002 entschloss ich mich jedoch, meine Praxiserfahrung auf ein theoretisches Fundament zu setzen und begann ein Informatik-Studium an der TU München. Nach fünf Semestern war ich bereits fertig und habe mich nach einer weiteren Qualifizierung umgeschaut. Der Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik kam mir da gerade recht, vor allem wegen der wirtschaftlichen Aspekte. Zusätzlich gefiel mir, dass der Studiengang nur drei Semester dauerte* und straff organisiert war.
Wie läuft das Eignungsfeststellungsgespräch/ Auswahlverfahren? Haben Sie Tipps für interessierte e-fellows?
Die Bewerbung für diesen Masterstudiengang ist recht umfangreich und bedarf einer gewissen Vorbereitungsphase. Zunächst sollten interessierte Studenten sich darüber klar werden, warum sie diesen Master absolvieren möchten. Dazu gehört auch, über die eigenen Stärken und Schwächen Bescheid zu wissen. In der schriftlichen Bewerbung wird dann dieses Interesse ausgedrückt und im anschließenden Gespräch vertieft. Dabei haken die Professoren schon mal genau nach, man muss sich also der Argumentation sicher sein. Da dieser Studiengang sehr praxisorientiert ist und viel auf konkrete Fälle Bezug nimmt, sind berufliche Erfahrungen von Vorteil.
Wie würden Sie die Atmosphäre an der Fakultät für Informatik beschreiben?
Anders als das Klischee vielleicht suggeriert, sitzen die Studenten dort nicht den ganzen Tag in dunklen Räumen vor flimmernden Bildschirmen. Es herrscht ein reger Wissensaustausch und die Studenten arbeiten viel in Teams zusammen. Dadurch entsteht eine hervorragende Lernumgebung. Es gibt immer jemanden, der sich mit einer bestimmten Thematik auskennt, man findet immer jemanden, den man fragen kann. Das habe ich für meinen Lernerfolg als sehr unterstützend empfunden.
Wie haben Sie den Praxisbezug erlebt – bereitet er auf den Beruf vor?
Die Organisatoren des Masterstudiengangs haben großen Wert auf die berufsspezifische Fokussierung gelegt. Diese zeigt sich im regen Kontakt zu Unternehmen und darin, dass viele Dozenten aus der Praxis Vorlesungen halten. Vor allem drei Veranstaltungen haben mir in Bezug auf die Praxis sehr gut gefallen. Zum einen die "Challenges for the CIO", in der mehrere Unternehmensvertreter das Berufsbild genau erläutert haben, Praxisbeispiele erklärten und aus dem Nähkästchen des Berufsalltags plauderten. Dadurch lernte man, wie große IT-Organisationen und Unternehmen ticken. Zum anderen hat mir die Vorlesung von Professor Bichler über Unternehmensberatungen, die Cases und Benchmarks behandelte, sehr gut gefallen. Dieser Kurs hat mir persönlich sehr viel gebracht, da ich mich so sehr gut auf meinen Einstieg bei PWC vorbereiten konnte. Abschließend würde ich noch den Kurs "Strategisches IT-Management" mit Praxis-Vorträgen von CIOs großer Konzerne hervorheben. Der Praxisbezug ist also allgegenwärtig und bereitet durch seine Intensität sehr gut auf Führungsaufgaben zwischen IT und Business vor.
Gibt es auch Dinge, die Ihnen nicht so gut gefallen haben?
Als ich den Studiengang begann, steckte er ja noch in den Kinderschuhen; vieles war organisatorisch noch nicht so ausgereift. Das als Nachteil zu bezeichnen wäre aber vielleicht übertrieben, da dies ja gleichzeitig auch eine sehr große Dynamik und Freiheit der Gestaltung beinhaltete.
Wie ist die Kommunikation unter den Studenten und mit den Dozenten?
Die Kommunikation war ausgezeichnet. Das lag vor allem am niedrigen Betreuungsschlüssel - wir waren ja zu Beginn nur zwei Studenten, mittlerweile sind es rund 30 pro Jahrgang. Wir hatten engen Kontakt zu unseren Dozenten, sie waren jederzeit für uns ansprechbar und standen uns mit Rat und Tat zur Seite.
Wem würden Sie diesen Masterstudiengang empfehlen?
Die Studentenschaft ist sehr gemischt, allen ist aber gemeinsam, dass sie bereits während des ersten Studiums umfangreiche Praxiserfahrung gesammelt haben. Das Masterprogramm kann ich den Studenten empfehlen, die es als Weiterbildungsangebot, als theoretische Vertiefung des bisherigen Praxiswissens ansehen. Vorteilhaft, und zeitlich durchaus möglich, ist es, neben dem Master-Studium einen Job zu haben oder verschiedene Projekte zu realisieren.
*Anmerkung: Zum Sommersemester 2008 wird die Anzahl der Semester auf vier erhöht. |
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