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Roche Produktion Penzberg
23.08.2007

Roche Diagnostics

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Am Ende steht das Produkt

Trastuzumab ist einer der erfolgreichsten Wirkstoffe im Kampf gegen Brustkrebs. Das Mittel wird bei Roche Diagnostics im bayerischen Penzberg hergestellt, wo vor Kurzem eine neue Anlage in Betrieb genommen wurde. 150 Arbeitsplätze in der Produktion sind dadurch entstanden. Zwei Mitarbeiter berichten von ihrer Tätigkeit.

Der medizinische Erfolg des biotechnologisch hergestellten Wirkstoffs Trastuzumab gab den Ausschlag zur Investition von 290 Millionen Euro in die moderne Produktionsanlage Biologics IV in Penzberg. Nach den Zulassungsverfahren durch die Behörden soll in der Anlage ab Anfang 2009 Trastuzumab hergestellt werden. Mit diesem Wirkstoff haben Ärzte inzwischen über 400.000 Brustkrebs-Patientinnen behandelt.

Vorreiter im Kampf gegen Krebs
Insgesamt verfügt die Roche-Gruppe über die weltweit größten Produktionskapazitäten zur Herstellung von Biotech-Produkten. 14 Biopharmazeutika befinden sich derzeit auf dem Markt. Zudem nennt Roche eine der vielversprechendsten Biotechnologie-Pipelines der Branche ihr Eigen. Gerade in der Krebsbehandlung sind dank der Biopharmazeutika völlig neue zielgerichtete Behandlungsansätze möglich geworden. Sie verlängern Leben und machen Krebs zunehmend zu einer beherrschbaren Krankheit.

Weitere Investitionen folgen
Eine weitere neue Biotech-Produktionsanlage wird innerhalb von 24 Monaten entstehen. Dort sollen Wirkstoffe zur Behandlung von Anämien produziert werden. Das Investitionsvolumen dafür ist mit rund 200 Millionen Euro eingeplant und es entstehen rund 70 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze.

Synergieeffekte nutzen
Penzberg ist für Roche eine wichtige Zentrale für die Entwicklung und Produktion innerhalb der Diagnostik. Dabei stehen diagnostische Nachweisverfahren für Infektions- krankheiten wie AIDS, diagnostische Einsatz- und Rohstoffe beispielsweise für die Blutzucker- oder Cholesterin- bestimmung, sowie Systemplattformen für die Gen- und Proteinanalyse im Vordergrund.

In der Produktion steckt Leben
Der Standort in Penzberg ist weltweit der einzige, an dem Forschung, Entwicklung und Produktion für beide Divisionen, Diagnostics und Pharma, betrieben werden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist Roche Diagnostics stets auf der Suche nach hochqualifizierten Mitarbeitern für die Produktion. Zwei von ihnen, Agnes Quennet und Hermann Tebbe, berichten von ihren Erfahrungen als Gruppen- bzw. Abteilungsleiter in Penzberg. Sie empfinden ihre Arbeit als sehr zufriedenstellend, was sie vor allem an einem Ergebnis festmachen: Am Ende des Tages halten sie ein konkretes Produkt in der Hand. Ein Produkt, das Leben retten kann.


Agnes Quennet 77x100
Agnes Quennet (38) ist Gruppenleiterin in der Reagenzienproduktion bei Roche in Penzberg. Zu ihrem Team gehören elf Mitarbeiter. Ihre Abteilung stellt Produkte und Systemlösungen für die patientennahe Diagnostik im Krankenhaus und im ambulanten Bereich her, entwickelt neue Technologien und stellt integrierte Lösungen für klinische Labore bereit. Außerdem stellt Agnes Quennets Arbeitsgruppe Testkits her, die der Diagnose viraler Erkrankungen und Fertilitätstests dienen.

Welche Aufgaben erfüllen Sie bei der Herstellung eines Produkts?
Der Produktionsablauf ist standardisiert und folgt exakt den Produktionsvorschriften für die jeweilige Rezeptur. Wir fügen die einzelnen Reagenzien eines Ansatzes zusammen und überprüfen, ob die verwendeten immunologischen Einsatzstoffe ihre definierte Aktivität aufweisen. Kurz: Wir sorgen dafür, dass ein Produktionsansatz richtig eingestellt ist und funktioniert.

Welche Herausforderungen kommen insbesondere als Gruppenleiterin auf Sie zu?
Ich bin dafür verantwortlich, dass wir die Reagenzien in der richtigen Qualität, der vereinbarten Zeit und unter Beachtung gesetzlicher Vorschriften und wirtschaftlicher Gesichtspunkte herstellen. Unser Zeitplan ist oftmals sehr eng. Wenn etwas mit einem der vielen Rohstoffe nicht stimmt, muss ich schnell reagieren können. Zu meinen Aufgaben als Gruppenleiterin gehört auch die Mitarbeiterführung. Dazu zählen Aus- und Weiterbildung, Einsatzplanung, Betreuung sowie Fertigungsverfahren und betriebliche Abläufe. Diese verantwortungsvollen Aufgaben ziehen einerseits viel Schreibtischarbeit nach sich, ermöglichen mir aber andererseits eine intensive Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Abteilungen.

Sie sind selber erst vor kurzem aus dem Mutterschutz wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Wieviel Flexibilität bietet Roche für Familien?
Ich bin Mutter von zwei Kindern und finde die Bedingungen für Eltern bei Roche äußerst attraktiv. Die flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit, einen Teil der Arbeit zuhause zu erledigen erlauben es mir, auch mit zwei Kindern im Beruf zu bleiben. Außerdem unterstützt Roche eine Kinderkrippe, die mein älterer Sohn besucht.

Ist die Arbeit in der Produktion nicht auf Dauer anstrengend?
Die Arbeit in der Produktion gefällt mir ausgezeichnet. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn am Ende eines Arbeitsprozesses ein fertiges, hochwertiges Produkt heraus kommt, das ich in den Händen halten kann - und das zudem kranken Menschen hilft.


Tebbe 77x100
Der promovierte Biologe Hermann Tebbe ist Abteilungsleiter in der Fermentation der Pharmabiotech-Produktion. Während seiner Diplom- und Doktorarbeit in Biologie an der Universität Bielefeld spezialisierte er sich auf Zellkulturtechnik. Im Anschluss an seine einjährige Post-Doc-Zeit stieg er als Betriebsleiter in der Fermentation in Penzberg ein. Seit 2001 ist er als Abteilungsleiter für 60 Mitarbeiter verantwortlich.

Was genau tun Sie in der Fermentation?
Die Fermentation ist der erste Schritt bei der Herstellung von Proteinen, die als Wirkstoffe in Medikamenten eingesetzt werden. In unserer Abteilung kultivieren wir tierische Zellen. Diese Zellkulturen produzieren gewünschte Proteine, die als biopharmazentische Wirkstoffe in der Therapie zum Einsatz kommen. Dazu zählt unter anderem das Hormon Erythropoietin, kurz Epo. Es induziert die Bildung roter Blutzellen und kommt zum Beispiel nach Nierenschäden zum Einsatz. Die in der Fermentation gewonnenen Proteine werden in der Einheit "Downstream Processing" zum reinen Wirkstoff weiterverarbeitet. Die Formulierung und Abfüllung des fertigen Arzneimittels erfolgt dann in Basel oder an anderen Roche-Standorten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Mein typischer Arbeitstag ist eine Mischung aus praktischen Tätigkeiten und Managementaufgaben. Er zeichnet sich durch eine Vielzahl von Meetings aus. Wir arbeiten an Schnittstellen zu vielen anderen Bereichen, wie beispielsweise der Qualitätssicherung, zu Zulassungsbehörden, zu Forschung und Entwicklung oder zu Projektteams, die neue Produktionsanlagen planen und dabei den Input des Fermentationsexperten benötigen.

Was ist bei Ihren Managementaufgaben Ihrer Meinung nach besonders wichtig?
Bei meinem Einstieg ins Unternehmen standen praktische Tätigkeiten im Vordergrund. Gutes Fachwissen war unerlässlich, nicht zuletzt, um eine entsprechende Akzeptanz bei den Kollegen zu erreichen. In die Managementaufgaben bin ich im Laufe der Zeit hineingewachsen. Kommunikation ist für mich nun eines der wichtigsten Werkzeuge. Je größer eine Abteilung ist, desto besser muss die Kommunikationsstruktur sein.

Was freut Sie am meisten an Ihrer Arbeit und was bereitet Ihnen manchmal Probleme?
Besonderen Spaß in der Produktion macht mir, dass wir am Ende eines Berichtszeitraumes ein messbares Produkt hergestellt haben. Es gibt immer einen konkreten Zweck, wofür etwas hergestellt wird. In der Forschung dagegen muss man immer wieder damit rechnen, dass ein Projekt ohne den gewünschten Erfolg oftmals wegfällt.
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