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17.06.2008
von Melanie Grell

Roche Diagnostics

Live aus dem Außendienst -
Regionsleiter im Gespräch


Außendienst, Roche, Trainee-Programm
Werner Gern (Jahrgang 1956) ist Regionsleiter bei Roche Professional Diagnostics. Zusammen mit anderen Führungskräften kümmert er sich um die Vertriebsaufgaben für Trainees im Management-Start-Up-Programm.

Herr Gern, wie sind Sie zu Roche gekommen?
Begonnen habe ich Mitte der 70er Jahre mit einer naturwissenschaftlichen Ausbildung, damals noch bei Boehringer Mannheim. 1979 bin ich dann in den Diagnostica- Außendienst gewechselt. Als Absolvent eines internen Führungskräfte-Nachwuchsprogramms habe ich 1988 meine erste Führungsposition übernommen. Nach Tätigkeiten als Regionalverkaufsleiter und einer Leitung im Key Account Management bin ich seit 2006 mit der Regionsleitung im Vertrieb Deutschland beauftragt. Ein wechselvoller, aber durchaus spannender Weg durch das Unternehmen Roche.

Sie haben auch im Außendienst gearbeitet - was sind Ihre Erfahrungen?
Meine Außendienststation ist schon eine Weile her - aber sie war lang und intensiv. Damals waren die klinisch-chemischen Labors, außerhalb von Krankenhäusern, noch in der Arztpraxis angesiedelt. Heute sind sie in großen industriell geprägten Laborinstituten konsolidiert. Teilweise sind sie auch global ausgerichtet. Haben wir damals einzelne Reagenzien verkauft, bieten wir heute ein umfassendes Programm über Workflow- Analysen, Logistik- und IT-Konzepte sowie konsolidierte Hochdurchsatz-Analysesysteme an. Da kann sich ein Trainee schon mal erschlagen fühlen, wenn er seine erste Station antritt.

Und Sie nehmen ihn dann an die Hand?
Ja, genau. Im Rahmen des MSU-Programms durchläuft der Trainee viele Stationen innerhalb des Vertriebs und bekommt Aufgaben im Marketing, Controlling, Service und im Außendienst. Ich bin dabei nicht nur verantwortlich für die Gestaltung der Trainee-Aufgaben - die wir natürlich immer so abwechslungsreich und spannend wie möglich gestalten wollen - sondern bin auch Mentor. Als solcher nehme ich meinen Mentee, in diesem Fall Marc Böhm, an die Hand. Natürlich nur im übertragenen Sinn. Dadurch, dass ich das Unternehmen so gut kenne, kann ich ihn durch seine Aufgaben leiten, ihm zeigen, was wichtig und was unwichtig ist und ein Ansprechpartner sein. Das ist eine große Hilfe für die Trainees.

Halten Sie denn die Außendienst-Station für sinnvoll?
Absolut! Ich kenne das ja aus eigener Erfahrung: Wenn man einmal kennen gelernt hat, wer der Kunde - also das letzte Glied in der Prozesskette - ist und welche Bedürfnisse er hat, kann man sich auch in späteren Positionen viel besser in seiner Arbeit daran orientieren. Man entwickelt dann seine Strategie nicht nur am grünen Tisch, sondern weiß, was der Kunde will, wie er tickt. Auch die anderen Stationen im Vertrieb sind sehr wichtig, damit die Trainees als künftige Mitarbeiter einfach alle Seiten dieses großen Gebiets kennen. Und sich so natürlich auch schon ein umspannendes Netz an Kontakten aufbauen können.

Mit welchem Studium hat man denn mehr Chancen, ins MSU-Programm aufgenommen zu werden - als BWLer oder als Naturwissenschaftler?
Das ist schwer zu sagen und hängt natürlich von der einzelnen Person ab. Wir versuchen auch, bei unseren Einstellungen die Waage zu halten. Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass man Erkenntniszuwachs zulassen muss. Wer bereit ist, sich in das jeweilige Fachgebiet einzubringen, hat gute Chancen, in das Programm aufgenommen zu werden. Die Bewerber sollten natürlich auch die geforderten Fähigkeiten mitbringen.

Aber es gibt doch sicher Einführungskurse, oder?
Auf jeden Fall. Je nach Studium bekommen die Trainees zu Beginn ihres Programms eine intensive Einführung - wobei sich die Wirtschaftler eher mit naturwissenschaftlichen Fragen beschäftigen, und umgekehrt. Es muss also niemand Angst haben, mit fachlichen Defiziten ins Trainee-Programm zu starten. Wir sorgen dafür, dass alle bestens ausgerüstet sind und bieten auch regelmäßige Fortbildungen und Soft-Skill-Kurse an. Auch Hospitanzen im Labor gibt es. Zu Beginn und während der zwei Jahre bei Roche sind die Trainees also bestens ver- und umsorgt.

Seite 1: Unterwegs mit Werner Gerns Mentee Marc Böhm im Außendienst.
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