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15.09.2008 von Julia Büttner
OECD-Studie "Bildung auf einen Blick"
Bildung? Sechs, setzen!
Einmal mehr verpasste die OECD der deutschen Bildungspolitik einen ordentlichen Rüffel. Die neuesten Vorwürfe: Es fehlt noch immer an Studenten, besonders aber an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern. Und die Regierung investiert weiterhin nicht genug in die Bildung.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrer aktuellen Studie "Bildung auf einen Blick" die Bildungssysteme der 30 wichtigsten Industriestaaten miteinander verglichen. Wie schon bei der letzten Studie schneidet Deutschland dabei schlecht ab. "Im internationalen Vergleich kann die Entwicklung in Deutschland nicht befriedigen", kanzelte OECD-Direktorin Barbara Ischinger die Bildungspolitik ab.
Bei den Absolventenzahlen hinkt Deutschland hinterher
Der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen ist in Deutschland von 18 Prozent (2000) auf 21 Prozent (2006) leicht angestiegen - 2007 konnte sogar ein neuer Absolventenrekord vermeldet werden. Doch damit liegt Deutschland noch immer weit abgeschlagen hinter seinen Konkurrenten. Nur Griechenland, Slowenien und die Türkei müssen mit noch weniger Hochqualifizierten auskommen. Im OECD-Schnitt wuchs der Graduiertenanteil dagegen im selben Zeitraum von 28 auf 37 Prozent deutlich.
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Diskussion: Masse vor Klasse?
Braucht Deutschland mehr Studenten? Oder ist die geringe Zahl der Absolventen auch ein Qualitätsmerkmal der Ausbildung? Die Diskussion ist eröffnet in der e-fellows.net community. |
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Quote der Studienanfänger stagniert
Die Anzahl derer, die ein Fachhochschul- oder Hochschulstudium aufnehmen, pendelt seit Jahren zwischen 35 und 37 Prozent eines Jahrgangs. In anderen Ländern hat sich derweil deutlich mehr getan: Im OECD-Mittel erhöhte sich der Anteil der Studienanfänger von 2003 bis 2006 von 53 auf 56 Prozent. Immerhin kann Deutschland mit 2,3 Prozent die dritthöchste Quote an Promovierten in allen OECD-Ländern aufweisen sowie eine vergleichsweise niedrige Zahl an Studienabbrechern für sich verbuchen.
Des Studis Freud, der Wirtschaft Leid
Vor allem bei den Ingenieur- und Naturwissenschaften kann Deutschland seinen Bedarf an Hochqualifizierten nicht aus eigener Kraft decken. Was schlecht für die deutsche Wirtschaft im Ganzen ist, freut den Einzelnen: Akademiker konnten im Vergleich zu Erwerbstätigen mit Berufsausbildung im Schnitt 64 Prozent mehr Gehalt kassieren. Das liegt vor allem an den hohen Gehältern der umworbenen Ingenieur- und Naturwissenschaftlern. Vor sechs Jahren lag der Unterschied beim Einkommen lediglich bei 43 Prozent.
Zu geizig, wenn es um Bildung geht
Während die OECD-Länder 2005 durchschnittlich 6,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Bildung ausgaben, lag Deutschland einen Prozentpunkt unter dem Schnitt. Nur in zwei weiteren Ländern - Italien und Japan - wird anteilig weniger Geld für die Qualifizierung des Nachwuchses ausgegeben.
Abhilfe in Aussicht
Die Ergebnisse der Studie kommen nicht überraschend. Schon länger suchen Bund und Länder Auswege aus der Misere. Abhilfe schaffen soll die Initiative "Aufstieg durch Bildung", die das Bundeskabinett am 9. Januar 2008 beschlossen hat. Von der Aufstockung der Kindergartenplätze bis zur Erhöhung der BAföG-Sätze bündelt die Initiative verschiedene Projekte. Die Maßnahmen sollen dazu führen, dass mehr Menschen höhere Bildungsabschlüsse anstreben.
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