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19.07.2004 von Curtis Klaus
Roche Diagnostics
Errungenschaften der Medizin vermitteln oft den Eindruck, als stieße ein Forscher in einem kleinen Labor durch einen glücklichen Zufall auf eine Substanz, die zu einem großen Durchbruch für die Medizin wird. Bei der Entdeckung des Penicillin trifft diese Annahme auch zu. Doch die Wirklichkeit sieht meistens anders aus.
Die Geschlechtskrankheit Syphilis wurde nach der Entdeckung Amerikas nach Europa eingeschleppt. Sie verlief bis ins 19. Jahrhundert hinein meist chronisch oder gar tödlich. Für Millionen von Menschen. Bis es dem Berliner Forscher Paul Ehrlich 1910 gelang, einen Wirkstoff zu finden, der die Krankheitserreger abtöten konnte, ohne dabei die gesunden Zellen zu schädigen. Im weiteren Verlauf der Forschung wurde der Wirkstoff in Ampullen an eine große Zahl von ausgewählten Ärzten versandt mit der Bitte, diesen Wirkstoff zu testen und Berichte über dessen Wirkung zu schreiben. Das war die erste umfassende klinische Prüfung in der Geschichte der Medizin.
Langjährige Testphasen
Tests sind noch heute Usus bei der Bestimmung von Therapieverläufen und der Herstellung von Medikamenten. Testentwickler forschen dabei oft mehrere Jahre lang. Sie planen Experimente und prüfen Testergebnisse und sind somit maßgeblich an der Entwicklung eines Medikaments beteiligt. Wenn sie Erfolg haben, kann eine Krankheit, die früher als Geisel der Menschheit galt, mit einer einfachen Schluckimpfung besiegt werden. Dank dieser kommt zum Beispiel die bis in die fünfziger Jahre hinein gefürchtete Kinderlähmung heute in Europa kaum noch vor.
Therapieverläufe erfolgreich "managen"
Als Mitte der achtziger Jahre die merkwürdige Seuche "Aids" bekannt wurde, forschten Virologen eifrig nach einem Präparat gegen den Immunschwäche-Virus. Doch erst seit 1996 gibt es die so genannte "Dreierkombination". Mit einer genau bestimmten Abfolge und Menge von Medikamenten kann der Ausbruch der Krankheit um viele Jahre hinausgezögert werden. Testentwickler haben ein AIDS-Monitoring entwickelt, um den Therapieverlauf der Krankheit bei Patienten zu verbessern. Doch vollständig besiegt wurde der HIV-Virus bis heute nicht.
Erfolge, Rückschläge und neuartige Krankheiten
Ein wichtiges Ziel bei der Testentwicklung: Tests sollen so ultrasensitiv werden, dass sie selbst kleinste Mengen von Krankheitserregern nachweisen. Das geschieht mit mit Hilfe eines molekularbiologischen Verfahrens, der Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR. Ihre Entwicklung vor etwa zwanzig Jahren wurde mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Mit ihr lassen sich heute genetische Schäden feststellen. Doch auch bei einfachen Blutspenden ist die PCR wichtig, um eine Infektion von Patienten durch verseuchtes Blut zu verhindern.
Einige weitere Eckdaten der Medizingeschichte aus jüngster Zeit sind:
2000: erste Antikörpertherapie gegen Brustkrebs
2001: erstes gezieltes Medikament gegen chronische Leukämie
2002: erstes Medikament gegen Blutvergiftung
2003: erstes Arzneimittel gegen Aids, das das Eindringen von Viren in Zellen verhindert.
Etwa 20.000 heute bekannte Krankheiten warten noch immer darauf, von Forschern besiegt zu werden. Zu den gefährlichsten zählen die tödlichen Viren Ebola und SARS.
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Stefan Schorling (34) ist Diplom-Biologe und Gruppenleiter einer Forschungseinheit in der Diagnostikdivision bei Roche. Er stieg 2001 nach seiner Promotion in Biochemie mit einem Management Start-Up Programm bei dem Diagnostikunternehmen ein. Er entwickelt mit seinem Team molekular-diagnostische Tests. |
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Herr Dr. Schorling, was ist und was macht ein Forscher und Entwickler?
In meiner Gruppe mit zwei festen Mitarbeitern und drei Praktikanten und Diplomanden entwickeln wir Tests für den Blutbankenmarkt, für das Therapiemonitoring von Aids, für die verschiedenen Arten von Hepatitis und für den Parvovirus B19. Dabei handelt es sich um "Ringelröteln", die vor allem während der Schwangerschaft eine Gefahr darstellen.
Roche ist eingeteilt in zwei große Divisionen: Pharma und Diagnostika. Wir gehören zur zweiten Division.
Wie verläuft ein Tag in ihrem Arbeitsleben?
Der Tagesablauf ist bei mir sehr unterschiedlich. Einerseits forsche ich, plane Experimente und prüfe die Ergebnisse meiner Kollegen und Mitarbeiter. Wir entwickeln unsere Produkte bis zur Endreife und geben sie dann in die Produktion weiter. Andererseits habe ich auch Managementaufgaben zu bewältigen. Ich arbeite an der Struktur von Projektteams und betreibe auch Personalentwicklung.
Welche persönlichen Qualitäten muss ein Testentwickler in seinem Beruf einbringen?
Neben den naturwissenschaftlichen Kenntnissen braucht er vor allem auch die Fähigkeit zur Kommunikation mit Mitarbeitern und Geschäftspartner. Wir müssen unsere Produkte unter anderem auch präsentieren. Dafür brauchen wir fließende Englisch-Kenntnisse und eine gute Präsentationstechnik. Die und noch weitere BWL-Kenntnisse, die vor allem für Gruppenleiter von Bedeutung sind, können die Mitarbeiter im Management Start-Up Programm bei Roche erwerben. Ich habe schon BWL-Kenntnisse vor meinem Einstieg bei Roche mitgebracht, da ich neben meiner Promotion zwei Jahre lang BWL studiert habe.
Wie verläuft die berufliche Entwicklung eines Testforschers?
Bei Roche gibt es zwei Karrierewege. Bei der Forschung und Entwicklung kann man nach drei Jahren Management Start-Up Programm zum Gruppenleiter werden und danach immer größere Abteilungen leiten. Bei Roche gibt es viele Geschäftsfelder, so dass man hier auch interdisziplinär arbeiten kann. Es gibt auch noch den Weg ins Management. Das ist eine klassische BWL-Karriere für Naturwissenschaftler.
Mit welchem Einstiegsgehalt kann man in Ihrem Beruf rechnen?
Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 57.000 Euro im Jahr. Obwohl wir im bayerischen Penzberg unseren Firmensitz haben, werden wir nach dem baden-württembergischen Modell bezahlt, weil die Zentrale von Roche Deutschland in Mannheim liegt. Das Modell liegt 15 Prozent über dem bayrischem Tarif und ist das bestbezahlte in Deutschland.
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Angebote von Roche Diagnostics bei
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